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Rückblick

An(ge)dacht

Die Gesichter in der Runde sprechen Bände: Große Augen, offene Münder, fragende Blicke. Das soll jetzt wirklich der Plan sein? So richtig überzeugt scheint niemand zu sein. Außer uns vielleicht, aber wir haben uns den Plan ja auch ausgedacht.

Ein paar Minuten zuvor: Wir sitzen in einem Raum in der Jugendherberge in einem Stuhlkreis. Wir, das sind die Teilnehmenden des Aufbaukurses und zwei Diakone - einer davon bin ich. Wir haben gerade gemeinsam eine Andacht gefeiert. Zum Ende durften alle sich eine Karte aus der Mitte aussuchen. Darauf stehen Worte: zum Beispiel "Glitzer", "Kribbeln" oder "Verliebt". Und auf der Rückseite eine passende Bibelstelle. Aber im nächsten Moment weicht die Wohlfühlatmosphäre ein kleines Bisschen den beschriebenen Blicken. Denn der Plan ist folgender: Die Zeit bis zum Essen (der Tag hatte gerade erst gestartet) verbringen wir ohne zu sprechen. Also schweigend. Oh. Und auch ohne Handy. Oh-oh. Das kann ja was werden.

Ein paar Minuten später haben alle den Raum verlassen. Ich weiß nicht, womit die anderen ihre Zeit verbringen, aber bei mir sieht es etwa so aus: Ich lese immer wieder meine Bibelstelle. Ich stelle mir Szenen dazu vor. Ich schweife ab. Ich denke über alles mögliche nach. Mir wird langweilig. Langeweile. Das ist ein blödes Gefühl. Ich sitze da, mit meiner Karte in der Hand, habe sie schon mindestens fünfmal gelesen, und weiß nichts mit mir anzufangen. Ich kann mit niemandem sprechen. Ich kann nicht nochmal kurz Instagram checken oder die Nachrichten. Ich habe einfach nichts zu tun. Vielleicht lese ich einfach nochmal den Text auf meiner Karte. Ich könnte ihn ja auswendig lernen. Super Idee! Also los.

Und so kommt eins zum anderen. In der Langeweile komme ich auf Ideen, die ich sonst nie gehabt hätte. Ich lerne die Bibelstelle auf meiner Karte auswendig. Und dabei wird mir der Text irgendwie wichtiger. Ich verbinde mehr damit. Ich denke mir aus, wie der Text wohl aussehen würde, wenn ich ihn heute schreiben würde. Und zuletzt bete ich sogar. Ich habe mir inzwischen einen Platz auf dem Boden unseres Gruppenraumes gesucht, liege da und schaue an die Decke. Und dann bete ich. Dazu nehme ich mir sonst fast nie die Zeit. Einfach mal so beten. Aber jetzt ist es so weit. Und so ist die Langeweile für mich vor allem eins geworden: Zeit für Gott. Zeit mit Gott. Geschenkte Zeit. Einfach so. Danke!

Niklas

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