An(ge)dacht

Das Leben, das hier auf der Erde gesät wird, ist vergänglich. Aber das Leben, zu dem wir auferweckt werden, ist unvergänglich!

(1. Korinther 15, 42)

Wie zerbrechlich vieles ist, merken wir gerade alle. Das, was „schon immer“ möglich war, all die liebgewonnen Möglichkeiten, all die Freiheiten – ganz plötzlich stehen sie nicht mehr zur Auswahl. Vielleicht fordert dich das sehr heraus, vielleicht ist gerade auch einfach alles zunächst Mal nur anders als vor ein paar Tagen und Wochen für dich. Mir führt diese Zeit wieder einmal vor Augen, dass vieles in meinem Leben fragmentarisch, bruchstückhaft, zerbrechlich oder, wie es Paulus hier schreibt, vergänglich ist. Ich kann mich an allem freuen, was da ist, was ich habe, an all dem, was mir möglich ist. Aber ich werde auch immer wieder damit leben müssen, dass es mir entgleitet. Ich werde damit leben müssen, dass hier nichts für die Ewigkeit ist. Daran muss man nicht verbittern, finde ich, aber es ist gut, es zur Kenntnis zu nehmen und sich dem zu stellen. Nicht frustriert, sondern mit Dankbarkeit für jeden kostbaren Moment mit Menschen, Situationen, Möglichkeiten. Und dann kommt für mich noch ein anderer Blick dazu: Vergänglichkeit ist nicht das Letzte, was mir in meinem Leben begegnet, sondern Unvergänglichkeit – Ewigkeit! Ich darf hoffnungsvoll auf ein Leben blicken, in dem nichts mehr zu Bruch geht, in dem es keine Viren gibt, die alles durcheinanderbringen. Das ist keine Vertröstung auf irgendwann, aber ein Trost in der Zeit, in der plötzlich alles anders ist.

Daniel