An(ge)dacht

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat Gott die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Pred 3, 11

Liebe Ewigkeit,

Gott hat dich in unser Herz gelegt sagt die Bibel und noch dazu alles schön gemacht. Einfach so, weil Gott es kann. Ganz schön crazy. Wie hat Gott das denn gemacht, frage ich mich. Hat sie einfach eine Herzklappe geöffnet und dich da hinein gelegt? Das Herz aufmachen stelle ich mir schmerzhaft vor.      Oder nicht? Weil Gott bestimmt ganz behutsam ist.

Was ist, wenn du nicht in das Herz hinein passt: Vielleicht ist meines ja viel zu klein. Wie groß bist du denn eigentlich? Mein Herz ist ungefähr so groß wie eine Faust. Passt du da hinein? Wie es sich wohl anfühlt in meinem Herzen? Ich stelle es mir ganz lebendig vor, mit all dem Blut, was durch mein Herz rauscht und im Nullkommanix neuen Sauerstoff auflädt und weiter durch den Körper rauscht. Immer in Bewegung, immer am Arbeiten, wie die Menschen im Hamburger Hafen. Dazwischen dann ein Bett, in dem du es dir gemütlich gemacht hast. Du Ewigkeit, hast du manchmal Lust auf eine Runde Achterbahn und rauscht mit dem Blut mit?

Gibt es mehrere Ewigkeiten? Eine in jedem menschlichen Herz? Oder wohnst du in unseren Herzen gleichzeitig? Und wie lange gibt es dich schon? Schon immer? Schließlich heißt es in der Bibel ja auch „von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Dann muss es ja doch mehrere Ewigkeiten geben. Ist die andere dann deine Schwester? Dein Zwilling? Wäre ja sonst ganz schön langweilig, immer alles zu überdauern, alle Freund*innen beim Sterben zu begleiten und kein Ende in Sicht zu haben. Das lässt sich doch leichter durchleben mit jemandem an der Seite. Hast du eine beste Freundin, einen besten Freund? Blöde Frage, das ist bestimmt Gott! Gott ist ja auch ewig, genau wie du. Mit Gott lässt es sich bestimmt gut aushalten, ist bestimmt ein angenehmer Zeitgenosse. Wie würdest du deine Beziehung zu Gott beschreiben?

Wie ist deine Beziehung zu uns Menschen? Zu mir? Schließlich wohnst du ja in uns und machst alles schön, wenn ich die Bibel richtig verstehe. Das fühlt sich ganz gut an, merke ich gerade. Da bist du mir ja doch näher, als ich immer dachte. Schön, dass es dich gibt.

Eine letzte Frage habe ich noch: Was ist deine Lieblingsfarbe? Meine ist türkis, wie der Lake Tekapo in Neuseeland.

Jetzt warte ich auf deine Antwort und trinke bis dahin in Ruhe Tee. Lass mal von dir hören!

Deine Franziska

Franziska Feldmann