An(ge)dacht

„Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!“

(Josua 1,9 GNB)

Wusstest du, dass mein Taufspruch bei Josua steht. „Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!“

Wohin du auch gehst. Wohin gehst du du gerade? Wohin willst du in deinem Leben noch gehen? Gibt es Orte die du bereisen willst? Oder Menschen treffen, die du vermisst? Oder gibt es die Ziele die im Leben noch zu erreichen sind?

Gerade jetzt im Sommer ist es für viele an der Zeit zu reisen. Der Sommer ist für viele von uns ein Bruch im Jahr. Für viele sind es sechs Wochen Schulferien. Vielleicht hast du aber auch deinen Abschluss gemacht und nach dem Sommer beginnt die Ausbildung oder du ziehst um, um an einem anderen Ort zu studieren. Für viele ist es auch ein Durchatmen. Urlaub. Freizeit. Die Wärme und ein kaltes Eis genießen.

Während du noch darüber nachdenkst, wohin du gehst, erzähle ich dir etwas über Josuas Weg. Du weißt noch wer Josua ist? Der Mensch dem Gott zugesagt hat, dass er mutig und entschlossen sein soll. Er sollte sich nicht erschrecken lassen, egal wohin er auch ging.

Das Volk der Israeliten war aus Ägypten geflohen und stand nun vor dem Jordan, einem Fluss, der die Grenze zum gelobten Land bildete. Mose war bereits verstorben und Josua führte das Volk an.

Josua musste also über den Jordan und ein Land erobern, das den Israeliten versprochen war. Natürlich war er nicht alleine, Kinder, Frauen und Männer waren auch dabei. Alte, sowie junge Menschen. Alle mussten mit und sollten einen Platz finden.

Im ersten Kapitel des Buches Josua, wird er dazu verpflichtet, sich an Gottes Weisungen zu halten, damit seine Wege gelingen. Und am Ende des Buches gibt er diese Worte an das Volk weiter. Dieses bekräftigt daraufhin den Vorsatz und folgt der Verpflichtung diesem Gott dienen zu wollen. Zwischendrin werden Städte erobert, zum Beispiel Jericho. Das ist die Stadt mit den Posaunen, das hast du bestimmt schon einmal gehört. Naja, und selbstverständlich werden die zwölf Stämme Israels auf das Land verteilt.

Ich glaube, dass Josua ganz schön viel Angst hatte, bei dem was er leisten musste. Er hat sie überwunden und war mutig. Mutig und entschlossen.

Wann warst du das letzte Mal mutig und entschlossen und hast deine Angst überwunden? Im Alltag höre ich häufig „der ist ja mutig“. Leider sind das in der Regel Situationen, in denen es meiner Meinung nach nicht mutig war, sondern riskant oder gar idiotisch. Bei dunkelorange noch einmal Gas zu geben und über die Ampel zu brettern ist für mich eher letzteres, als wirklich mutig zu sein.

Mutig sein bedeutet für mich, sich seiner Ängste, Sorgen und Verluste bewusst zu sein. Sich wirklich Gedanken gemacht zu haben und eine Angst für Haben, Leib und Seele oder auch vor Verletzungen zu haben. Dabei geht es nicht nur um physische sondern auch im psychische Verletzungen.

Angst dafür den oder die angebetete um ein erstes Date zu bitten. Angst vor dem Schulwechsel und einem Neustart in einer anderen Stadt. Angst um Verzeihung zu bitten, wenn ich wieder einmal Mist gebaut habe. Angst vor zu viel Veränderung und fehlender Beständigkeit in meinem Leben.

Wann warst du das letzte Mal mutig und hast deine Angst überwunden?

Eine Person die im Moment immer wieder Angst hat, ist meine Tochter. Sei es vor dem Staubsaugroboter, einer flappflapp oder der Mia. Im Moment nehme ich immer wieder die Rolle des Mutmachers ein. Ich nehme sie auf den Arm und versichere ihr, dass sie keine Angst zu haben braucht. Manchmal schieben wir den Staubsauger auch gemeinsam durch das Haus.

Und trotzdem ist die Angst nicht auf einmal verschwunden. Es braucht Zeit, zutrauen und Erfahrung.

Ich glaube, dass es auch so mit Josua und Gottes Zuspruch war, der auch für uns heute immer noch Gültigkeit besitzt. Josuas Angst war nicht wie weggeblasen, sondern er hat einen Schritt nach dem anderen getan. Mit bedacht und Überlegung. Dabei hat er sicherlich auch immer wieder einmal gezweifelt. Aber durch seine positiven Erfahrungen, die Worte Gottes und die Gemeinschaft die er um sich gescharrt hatte, konnte er mutig und entschlossen handeln.

Ich wünsche dir, dass auch du dir deiner Ängste bewusst bist und mutig und entschlossen handeln kannst. Mit Gottes Wort und einer Gemeinschaft die dir beisteht, wohin deine Reise in diesem Sommer oder in deinem Leben auch gehen mag.

Felix